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Verfasst am: 19.10.2002 [16:09]
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mgerlitz
Themenersteller
Dabei seit: 07.03.2002
Beiträge: 161
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Wie kann ich Linux sichern und wiederherstellen?
Bei Windows ist das ja ganz einfach, ich starte, da ich ja sowieso immer mehrere Betriebsysteme installiert habe, ein alternatives System, kopiere alle Dateien in ein Verzeichnis z.B. Backup und wenn dann irgendwann mein ursprüngliches System nicht mehr so läuft oder ich Partionen geändert habe etc. hole ich mir das System aus dem Verzeichnis Backup durch einfaches kopieren zurück. Geht etwas ähnliches auch mit Linux???
Viele Grüße
Matthias
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Verfasst am: 19.10.2002 [20:16]
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joe
Dabei seit: 07.04.2002
Beiträge: 1225
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Jow, da gibt's sogar gleich ne ganze Ladung an Möglichkeiten. Hier mal die einfachsten, die man auch in jeder durchschnittlichen Rettungs-Console verwenden kann:
Sichern:
1. #> cp -ax / /irgendwo/Backup
2. #> tar -cvlpzf /irgendwo/Backup.tar.gz /
(statt z: j = bzip2, Z = compress)
3. #> dump -0u -f /irgendwo/Backup.dump /
(-0u: das ist eine Null, kein großes O)
Wiederherstellen:
1. #> cp -ax /irgendwo/Backup /
2. #> tar -xvzpf /irgendwo/Backup.tar.gz
3. #> restore -rf /irgendwo/Backup.dump
siehe auch:
#> man cp
#> man tar
#> man dump
#> man restore
Grundsätzlich würde ich Dir dump/restore empfehlen, wenn Du nix anderes als ext2/3 sichern mußt.
cu
Joe
while(!asleep()) sheep++;
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Verfasst am: 19.10.2002 [20:33]
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mgerlitz
Themenersteller
Dabei seit: 07.03.2002
Beiträge: 161
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Erstmal thx.
Damit kann ich einzelne Verzeichnisse sichern und wiederherstellen.
Aber auch das kompltte Linuxsystem?
Zudem bräuchte ich zur Wiederherstellung schon ein Linuxsystem.
Wobei ein zweites kleines Linux zu installieren sollte ja kein Problem sein.
Kann ich vom zweiten Linuxsystem auf /boot und /root des ersten, dem zu sichernden Linuxsystem zugreifen?
Werde ich mal ausprobieren.
Gruß
Matthias
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Verfasst am: 19.10.2002 [22:45]
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mgerlitz
Themenersteller
Dabei seit: 07.03.2002
Beiträge: 161
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Soweit hat es funktioniert.
Nur sollte man Mr. DAU (ich meine mich) auch sagen, daß er die boot.ini nicht unter Linux editieren sollte, weil der Editor unter anderem andere Zeilenumbrüche in die Datei einbaut. Naja, zum Glück hab ich ja von der boot.ini genug kopieen, so daß ich eine nach C kopieren konnte.
Gibt es unter Linux einen windowskonformen Editor?
Und da ich nunmal windows-klicki-bunti-faul bin, gibt es für Linux soetwas ähnliches wie WinZip?
EDIT: Mit Zip hat sich erledigt, habe Ark in der KDE gefunden. Können die keine vernünfigen Namen in Linux vergeben, damit Mr. DAU auch sofort weiß, worum es sich beim Programm handelt?
Gruß
Matthias
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Verfasst am: 20.10.2002 [11:38]
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joe
Dabei seit: 07.04.2002
Beiträge: 1225
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[b]Backup wiederherstellen:[/b:ce696b733c]
Du mußt kein 2tes Linux installieren, um Deinen Backup wiederherzustellen. Leg einfach die Installations-CD ein und starte das Rettungssystem (sowas sollte eigentlich bei jeder halbwegs modernen Distribution dabei sein. Bei MDK: Boot-Screen der CD -> F1 -> "rescue" eingeben). Du kannst dann auf alle Partitionen zugreifen.
[b]Komplettes Linux sichern:[/b:ce696b733c]
=> [Achtung, das ist ein kleiner Roman] <=
z.B. tar: sichert normalerweise den kompletten Verzeichnisbaum, den man als Quelle angegeben hat (also auch Unterverzeichnisse, in die ein anderes Filesystem gemountet ist). Der Parameter "l" bringt tar allerdings dazu, nur Dateien/Verzeichnisse zu sichern, die auf dem gleichen Filesystem liegen, auf dem die angegebene Quelle liegt (z.B. 1 große Linux-Partition, 2 Windows-Partitionen):
/
|- mnt
| |-win_c
| | |- windows
| | |- autoexec.bat
| | |...
| |-win_d
| | |- games
| | |...
| |...
|- home
|- usr
....[list][*:ce696b733c][tt]#> tar -cvzpf /my_backup.tgz /[/tt]
würde also auch den Inhalt der beiden Windows-Partitionen sichern</li>[*:ce696b733c][tt]#> tar -cvz<font color="red">l</font>pf /my_backup.tgz /[/tt]
alles außer dem _Inhalt_ der Verzeichnisse /mnt/win_c und /mnt/win_d.</li>[/list:u:ce696b733c]Falls jetzt z.B. /home auf ner eigenen Partition liegt, dann mußt Du:[list][*:ce696b733c]entweder für jedes zu sichernde Filesystem (/ und /home) ein tar-Archiv mit dem Parameter "l" erstellen und als Quelle jeweils den Mountpoint des Filesystems angeben:
[tt]#> tar -cvzplf /my_backup.tgz /[/tt]
_und_
[tt]#> tar -cvzplf /my_backup.tgz /home[/tt]</li>[*:ce696b733c]oder den Parameter "l" weglassen und über die exclude-List Dateien/Verzeichnisse angeben, die _nicht_ gesichert werden sollen - also die beiden Mountpoints für die Windows-Partitionen (/mnt/win_c und /mnt/win_d):
[tt]#> tar --exclude=/mnt/win* -cvzpf /tmp/test.tgz /[/tt]
bzw. viel sinnvoller, weil ja normalerweise noch Mountpoints für Floppy und CDROMs rumliegen
[tt]#> tar --exclude=/mnt/*/* -cvzpf /tmp/test.tgz /[/tt]
(letzteres sichert die vorhandenen Mountpoints als leere Verzeichnisse mit)</li>[/list:u:ce696b733c]Wegen der exclude-List solltest Du Dir auch nochmal die manpage vom tar anschauen.
Wiederherstellen kannst Du den ganzen Spaß dann - wie bereits erwähnt - über das Rettungssystem auf der Installations-CD:
booten
[tt]#> mke2fs /dev/<rootpartition>
#> mount /dev/<rootpartition> /mnt
#> cd /mnt
#> tar -xvzpf /irgendwo/my_backup.tgz[/tt]
Falls Du ext3 statt ext2 willst, dann: [tt]#> mke2fs -j /dev/<rootpartition>[/tt] . Schau Dir aber ruhig auch mal die manpage zu mke2fs an - wegen Blockgröße, % reserviert für root usw.
ACHTUNG: Falls Du Deine Installation über mehrere Filesysteme (Partitionen) verteilt und ne Komplettsicherung aller Filesysteme erstellt hast, dann mußt Du ggf. ein paar Kleinigkeiten beachten.
Wenn alles flöten gegangen ist (z.B. abgerauchte Platte), dann:[list][*:ce696b733c]erst mal die Verzeichnisse für die Mountpoints manuell erstellen (in /mnt !! - da liegt jetzt ja erst mal die Root-Partition)</li>[*:ce696b733c]und dann die weiteren Filesysteme in die entsprechenden Verzeichnisse mounten:</li>[*:ce696b733c][tt]#> mkdir /mnt/home
#> mount /dev/<home-partition> /mnt/home[/tt]</li>[*:ce696b733c]ggf. kannst/mußt Du die entsprechenden Partitionen vorher auch leeren (neu formatieren). Dann ist also wieder mke2fs gefragt.</li>[/list:u:ce696b733c]Nach dem Restore des Backups mußt Du dann nur noch den LILO aktualisieren, weil die Kernel-Files sehr wahrscheinlich nicht mehr an der gleichen Position liegen, an der sie vorher waren:
[tt]#> chroot /mnt
#> lilo
#> exit
[/tt]
Das wars... Reboot...
Ist aber beispielsweise nur die /home-Partition kaputt, dann mußt Du nicht mal ins Rettungssystem booten, sondern kannst im laufenden Betrieb wiederherstellen:
[tt]#> tar -xvzpf /irgendwo/my_backup.tgz /home[/tt]
Genau so kannst Du auch andere (einzelne) Dateien/Verzeichnisse wiederherstellen. Oder Du benutzt die exclude-Liste, um einzelne Dateien/Verzeichnisse von der Wiederherstellung auszunehmen.
[b]Editor/DOS-Zeilenümbrüche:[/b:ce696b733c]
Naja, klar machen Linux-Programme per Default keine DOS-, sondern Unix-Zeilenumbrüche . Mit vi kannst Du aber auch DOS-Zeilenumbrüche machen (sicher können das auch noch andere Editoren - ich arbeite aber hauptsächlich mit KEdit, Quanta oder vi und kümmer mich gar nicht um andere Editoren).
[tt]#> vi irgendwas.txt
:se ff=dos[/tt]
(=> set fileformat=dos - nur bei neu angelegten Files nötig. Bei bestehenden Files wird das Format beibehalten.)
KEdit wirft DOS-Zeilenumbrüche weg.
Quanta kann man entsprechend konfigurieren.
[b]Programmnamen:[/b:ce696b733c]
ist doch vernünftig Ark wie Arc wie Archive... Ist halt "Sitte" bei KDE-Apps möglichst ein "K" in den Programmnamen reinzuquälen. Und was bietet sich da mehr an, als ein C durch ein K zu ersetzen 
cu
Joe
while(!asleep()) sheep++;
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Verfasst am: 20.10.2002 [13:45]
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mgerlitz
Themenersteller
Dabei seit: 07.03.2002
Beiträge: 161
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Ganz herzlichen Dank für Deinen Roman!!!
Werde ich mir mal reinziehen und schauen, ob ich das in ein Script hinbekomme, daß dies ganze halbwegs automatisiert.
Viele Grüße
Matthias
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